Wiedervernässung und innovative Nutzung von Moorböden
Ziele und Inhalte der Förderrichtlinie Palu
Die Landwirtschaftliche Rentenbank bietet im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) Förderungen für die Wiedervernässung von Moorbodenflächen an. Die Förderrichtlinie Palu ist Teil des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz (ANK) der Bundesregierung. Sie bietet ein umfassendes Förderangebot für die dauerhafte und weitgehende Wiedervernässung land- und forstwirtschaftlich genutzter Moorböden und die anschließende angepasste Bewirtschaftung dieser Flächen.
- Die Förderung richtet sich an alle Akteure, die für eine erfolgreiche Wiedervernässung zusammenarbeiten: Eigentümer, Bewirtschafter, Wasser- und Bodenverbände, Gebietskörperschaften und gewerbliche Unternehmen.
- Gefördert werden sowohl kleine Vorhaben ab 5 Hektar als auch großflächige, modellhafte Projekte für die Transformation ganzer Moorregionen (Leuchtturmregionen).
Die Förderung bietet:
- finanzielle Unterstützung bei der Umstellung auf nasse Bewirtschaftung
- neue Einkommensquellen durch innovative Paludikulturen und Produkte
Die Maßnahmen zur Wiedervernässung sind freiwillig.
Paludikulturen sind landwirtschaftliche Nutzungen, die auf nassen Moorböden möglich sind. Folgende Nutzungen fallen z.B. unter Paludikulturen:
Fördermodule im Überblick
| Modul | Zuschusshöhe | Zielgruppe | Mindest- größe |
|
| 1 | Beratung zur Wiedervernässung und Nutzung von land- und forstwirtschaftlich genutzten Moorbodenflächen | 100% | Eigentümer, Bewirtschafter | Ab 5 ha |
| 2 | Planung und technische Umsetzung der Wiedervernässung von land- und forstwirtschaftlich genutzten Moorbodenflächen | 100% | Eigentümer, Wasser- und Bodenverbände und gleichgestellte Organisationen, Gebietskörperschaften und ihre Einrichtungen | Ab 5 ha |
| 3 | Kompensation von Wert- und Ertragsverlusten auf wiedervernässten Flächen | nach Kompensations-rechner | Eigentümer, Bewirtschafter | Ab 50 m² je Flurstück |
| 4 | Umstellung auf angepasste Bewirtschaftung nach der Wiedervernässung, insb. Anbau und Vermarktung von Paludikulturen | 80% bzw. 70% (je nach Ver-nässungsstufe) |
Unternehmen, Bewirtschafter, Lohnunternehmen, Maschinenringe | Ab 5 ha |
Wer ist antragsberechtigt?
- Eigentümer von Moorbodenflächen
Förderung für Beratung, Planung, rechtliche und technische Voraussetzungen der Wiedervernässung und Kompensation des Wertverlustes der Fläche (Module 1.A, 2.A, 2.B, 3.A) - Bewirtschafter von Moorbodenflächen
Förderung für Beratung zu Nutzungsoptionen, Kompensation von Bewirtschaftungsverlusten und Förderung neuer Einkommensquellen durch Paludikultur-Bewirtschaftung (Module 1.B, 3.B, 4) - Verbände und Organisationen (z. B. Gebietskörperschaften, Wasser- und Bodenverbände)
Förderung für Planung und technische Umsetzung von Wiedervernässungsmaßnahmen (Module 2.A, 2.B) - Unternehmen und Zusammenschlüsse zur Verarbeitung und Vermarktung von Paludikulturen
Förderung für Neu- und Umbau von Einrichtungen, Beratung und Schulungen (Module 4.C, 4.D, 4.E)
Leuchtturmregionen
Große Moorbodengebiete können in sogenannten Leuchtturmregionen wiedervernässt werden. Hier können auf verschiedenen Teilflächen unterschiedliche Maßnahmen parallel umgesetzt werden – zum Beispiel Beratung zu einer Fläche, während auf einer anderen bereits die nasse Bewirtschaftung beginnt. Ab 5.000 Hektar ist eine solche modulübergreifende Förderung möglich. Die maximale Laufzeit für Leuchtturmregionen beträgt 13 Jahre.
Zu den ausführlichen Informationen die Leuchtturmregionen betreffend gelangen Sie hier.
Hintergrund
Moore speichern rund 30 Prozent des Kohlenstoffs, der in Böden auf der Erde gebunden ist, obwohl sie nur etwa drei Prozent der Erdoberfläche ausmachen. Sie sind also echte Kohlenstoffsenken und helfen, Treibhausgase wie CO₂ zu binden.
Moorböden sind in Deutschland zu über 90 Prozent entwässert und werden vorwiegend land- und forstwirtschaftlich genutzt. In einzelnen Regionen sind die entwässerten Moorböden für die Tierhaltung von großer Bedeutung. Dabei degradiert jedoch der Torf und eine nachhaltige Bewirtschaftung ist dauerhaft nicht möglich. Die Wiedervernässung hilft, den weiteren Abbau des Torfkörpers zu verhindern und die Freisetzung von Kohlenstoff zu stoppen. Wo es möglich ist, sollen Moorböden wieder als natürliche Kohlenstoffsenken etabliert werden. Im Zuge der Wiedervernässung bietet sich die Möglichkeit zur Umstellung auf eine angepasste Bewirtschaftung, insbesondere durch den Anbau von Paludikulturen. Darüber hinaus können klimafreundliche Nutzungsformen und innovative Verfahren erprobt und weiterentwickelt werden. Die Entwicklung neuer Produkte und Wertschöpfungsketten aus Paludikulturen sowie der Aufbau von Vermarktungs- und Verwertungswegen eröffnen zusätzliche Perspektiven für die landwirtschaftliche Nutzung dieser Flächen.
Außerdem sind Moore wichtige Lebensräume für seltene Tier- und Pflanzenarten. Sie können große Mengen Wasser speichern und helfen so, Überschwemmungen bei Starkregen zu verhindern.

Kontakt
Auf dieser Internetseite finden Sie alle aktuell verfügbaren Informationen zum Programm. Diese werden regelmäßig aktualisiert und erweitert.
Weitere Fragen beantworten wir gerne unter der Rufnummer: +49 69 2107 950*
Sie erreichen uns telefonisch von Montag bis Freitag in der Zeit von 8:00 bis 17:00 Uhr.
Per Mail erreichen Sie uns unter: palu@rentenbank.de
*Für die Entgegennahme der Anrufe und die Beantwortung von Anfragen setzt die Rentenbank ein Callcenter aus Rostock ein (Majorel). Mit diesem Dienstleister wurde ein datenschutzkonformer Vertrag über die Auftragsverarbeitung geschlossen, mit dem sichergestellt wird, dass die erhobenen Daten nur zum Zweck der Annahme und Beantwortung von Anliegen verarbeitet werden. Eine Datenverarbeitung findet ausschließlich in Deutschland statt. Hier finden Sie nähere Informationen zum Thema Datenschutz.




